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Pflegeberatung

Pflege zu Hause – Praxiswissen und Informatives für den Pflegealltag

Was sind Pflegeleistungen?

Pflegeleistungen umfassen die im Falle einer Pflegebedürftigkeit beantragbaren Geld- und Sachleistungen. Pflegeleistungen sind alle Leistungen, auf die Pflegeversicherte Anspruch haben - nach Überprüfung des Pflegebedarfs und bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen nach dem elften Sozialgesetzbuch (SGB XI).

Plötzlich Pflegefall? Die actimonda-Pflegeberatung

Ihr Angehöriger wird plötzlich pflegebedürftig und Sie fragen sich, wie Sie Beruf, Familie und Pflege vereinbart bekommen? Jetzt gilt es, bei der Organisation der Pflege Schritt für Schritt vorzugehen.

actimonda-Versicherte, haben Anspruch auf individuelle Beratung und Unterstützung durch unsere Pflegeexperten. So erhalten Sie und jeder Pflegebedürftige eine individuelle Betreuung und Pflege.

Das gilt auch für Pflegehilfsmittel und vieles Notwendige, was die Pflege und Betreuung der Betroffenen erleichtert und ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität fördert.

Individuelle Beratung vereinbaren:

Wir beraten Sie ganz individuell – telefonisch, im persönlichen Gespräch in einer unserer Geschäftsstellen oder bei Ihnen zu Hause. Mit der Antragstellung auf Leistungen zur Pflegeversicherung erhalten Sie einen Beratungsgutschein.

Pflegende Angehörige – Familie, Pflege und Berufsleben im Einklang

Ihr Angehöriger wird unerwartet pflegebedürftig. Nun müssen Sie sich erst mal um das Wichtigste kümmern und für Ihren Angehörigen da sein. Und: Wie sichere ich mein eigenes Leben ab und welche rechtlichen Ansprüche habe ich als Pflegender?

Kurzzeitige Arbeitsverhinderung und Pflegeunterstützungsgeld

Mit dem Eintritt des Pflegezustandes haben Sie als Angehöriger gesetzlichen Anspruch auf bis zu zehn Tage Freistellung von der Arbeit.

Die kurzzeitige Freistellung von der Arbeit soll Ihnen ermöglichen, für einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in einer akut aufgetretenen Pflegesituation eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder eine pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicherzustellen.

Für diese Zeit steht Ihnen das Pflegeunterstützungsgeld zu – ein Ausgleich für entgangenes Arbeitsentgelt.

Wichtiger Hinweis

Auch Personen, die einen sogenannten „Minijob“ ausüben (Entgeltbeschäftigung von bis zu 450 € im Monat), haben Anspruch auf das Pflegeunterstützungsgeld.

Pflegezeit

Sie als pflegender naher Angehöriger können bis zu sechs Monate unbezahlt ganz oder teilweise aus dem Job aussteigen, um sich für die Pflege eine Auszeit im Job zu nehmen.

Dieser Anspruch besteht jedoch nur, wenn Sie in einem Unternehmen mit mehr als 15 Arbeitnehmern arbeiten.

Familienpflegezeit

Bei längerer Pflegebedürftigkeit des Angehörigen haben Sie die Möglichkeit bis zu 24 Monate die Familienpflegezeit zu nutzen, die als finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige im Familienpflegezeitgesetz geregelt ist. Vorausgesetzt Ihre reduzierte Arbeitszeit beträgt nicht weniger als 15 Stunden pro Woche.

Zinsloses, staatliches Darlehen

Während der Pflegezeit und der Familienpflegezeit können Sie als finanzielle Unterstützung ein zinsloses, staatliches Darlehen vom Bundesamt für Familie und Zivilgesellschaftliche Aufgaben aufnehmen.

Sonderregelung zur Sterbebegleitung eines Angehörigen

Wenn Sie sich intensiv um ihren schwerkranken Angehörigen in seiner letzten Lebensphase kümmern wollen, können Sie drei Monate von der Arbeit freigestellt werden. Ob teilweise oder vollständig liegt bei Ihnen.

Kombination von Pflege- und Familienpflegezeiten

Pflegezeit, Familienpflegezeit und Sterbebegleitung können je nach persönlicher Situation direkt nacheinander beansprucht werden. Die Gesamtzeit Ihrer pflegebedingten reduzierten Arbeitszeit darf zwei Jahre nicht überschreiten.

Kündigungsschutz während der Pflege

Mit der Pflege- und Familienpflegezeit erhalten Sie für diese Zeiträume Kündigungsschutz. Der Kündigungsschutz tritt 12 Wochen vor der Pflege- und Familienpflegezeit ein und endet mit der Pflege- und Familienpflegezeit.

Soziale Absicherung zur Pflegezeit und Familienpflegezeit

Damit Sie während ihrer Pflegezeit oder ihrer Familienpflegezeit auch sozial abgesichert sind, hat der Gesetzgeber vorgesorgt: In diesen Zeiträumen zahlt die Pflegekasse des Pflegebedürftigen Zuschüsse und Beiträge für die Sozialversicherungen des pflegenden Arbeitnehmers.

Beiträge zur Rentenversicherung

Die Pflegekasse bezahlt während der Pflege Beiträge zu Ihrer Rentenversicherung. Sie müssen hierfür wenigstens 10 Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche, ihren nahen Angehörigen pflegen. Somit sammeln Sie auch als pflegender Angehöriger Rentenpunkte.

Beiträge zur Arbeitslosenversicherung

Ebenso werden Beiträge zur Arbeitslosenversicherung übernommen, wenn Sie unmittelbar zuvor eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt haben.

Zuschüsse zur Pflege- und Krankenversicherung

Ihr Versicherungsschutz in der Renten-, Arbeitslosen- oder Kranken- und Pflegeversicherung bleibt Ihnen erhalten, auch wenn Sie während der Pflegezeit keine Beiträge zahlen.

Die Pflegekasse übernimmt Zuschüsse zur Pflege- und Krankenversicherung für pflegende Angehörige. Allerdings müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Unfallversicherung

Pflegepersonen sind während der Pflegetätigkeiten und bei allen Tätigkeiten und Wegen, die mit der Pflege unmittelbar zusammenhängen, gesetzlich unfallversichert.

Antragstellung – Wo, Wann, Wie

  • Wo muss der Antrag gestellt werden?

Der Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld muss bei der Pflegekasse gestellt werden, wo der pflegebedürftige Angehörige versichert ist. Für privat versicherte Personen ist das jeweilige Versicherungsunternehmen Ansprechpartner.

Erforderlich ist ein ärztliches Attest, das den Hilfebedarf und die akute Notsituation des nahen Angehörigen bestätigt.

  • Wann muss der Antrag gestellt werden?

Sobald sich eine akute Pflegesituation abzeichnet, sollte der Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld gestellt werden.

  • Wie muss der Antrag gestellt werden?

Schriftlich. Den Antrag können Sie gleich per Telefon oder über unser Kontaktformular anfordern.

Wichtiger Hinweis für pflegende Angehörige

Die Pflege eines nahen Angehörigen ist Voraussetzung dafür, dass Sie die Pflege- oder Familienpflegezeit in Anspruch nehmen können. Zu nahen Angehörigen zählen:

  • Großeltern
  • Eltern, Schwieger- und Stiefeltern
  • Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft
  • Geschwister, Schwager/Schwägerin, Lebenspartner der Geschwister
  • Geschwister der Lebenspartner
  • Leibliche Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder, Kinder des Ehegatten oder
  • Lebenspartners
  • Schwiegerkinder
  • Enkelkinder

Übersicht der wichtigsten Pflegeleistungen

Alle anerkannt Pflegebedürftigen mit den Pflegegraden 1 bis 5.

1. Pflegegeld

Pflegebedürftige erhalten je nach Pflegegrad monatliches Pflegegeld. Der Pflegegrad wird durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ermittelt.

  • Pflegegrad 2: 316 €
  • Pflegegrad 3: 545 €
  • Pflegegrad 4: 728 €
  • Pflegegrad 5: 901 €

Hinweis für Pflegebedürftige in Pflegegrad 1:
Pflegebedürftige in Pflegegrad 1 können für die Finanzierung von Pflegesachleistungen, der teilstationären Pflege und der Kurzzeitpflege den sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € pro Monat nutzen. Wird die Leistung in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft, kann der nicht verbrauchte Betrag in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden.

Übrigens müssen Pflegebedürftige ihr Pflegegeld nicht versteuern.

2. Pflegesachleistung – Professionelle Pflege zuhause

Pflegesachleistungen sind alle pflegerischen Hilfen, die zuhause von ambulanten Pflegediensten zur häuslichen Pflege und hauswirtschaftlichen Versorgung geleistet werden. Die maximale Höhe der Pflegesachleistung richtet sich nach Ihrem Pflegegrad. Die Abrechnung der erbrachten Pflegesachleistungen rechnet der Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse ab.

  • Pflegegrad 2: 689 €
  • Pflegegrad 3: 1.298 €
  • Pflegegrad 4: 1.612 €
  • Pflegegrad 5: 1.995 €

Hinweis für Pflegebedürftige in Pflegegrad 1:
Pflegebedürftige in Pflegegrad 1 können für die Finanzierung von Pflegesachleistungen, der teilstationären Pflege und der Kurzzeitpflege den sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € pro Monat nutzen. Wird die Leistung in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft, kann der nicht verbrauchte Betrag in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden.

3. Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Sie können eine Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Sachleistung beziehen, wenn pflegende Angehörige oder die Pflegeperson nur einen Teil der häuslichen Pflege übernehmen. In diesem Fall kann die sogenannte Kombinationsleistung beantragt werden. Der Pflegedienst rechnet seine Einsätze direkt mit der actimonda Pflegekasse ab. Der verbleibende Betrag wird Ihnen als Pflegegeld ausgezahlt.

4. Teilstationäre Pflege - Tages- und Nachtpflege

Sie pflegen einen nahen Angehörigen, können aber nicht Tag und Nacht zur Verfügung stehen. Für die zeitlichen Lücken, die dann in der Pflege entstehen, gibt es die Tages- und Nachtpflege. Die teilstationäre Pflege umfasst auch die notwendige Beförderung des Pflegebedürftigen von der Wohnung zur Einrichtung der Tages- oder Nachtpflege und zurück. Anspruch besteht nur für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 - 5.

  • Pflegegrad 2: 689 €
  • Pflegegrad 3: 1.298 €
  • Pflegegrad 4: 1.612 €
  • Pflegegrad 5: 1.995 €

Die Kombination mit Pflegegeld oder Sachleistung ist in vollem Umfang möglich. Beispiel: 100 % Tages- und Nachtpflege + volles Pflegegeld

5. Verhinderungspflege – Unterstützung für pflegende Angehörige

Wenn ein pflegender Angehöriger, geplant oder ungeplant ausfällt, benötigen Sie einen Ersatz. Das kann für ein paar Stunden, Tage oder auch Wochen sein. In diesen Fällen erhalten Sie Verhinderungspflege bis zu 6 Wochen im Jahr.

Verhinderungspflege erhalten Sie mit Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5, wenn sie seit mindestens sechs Monaten von einem Angehörigen gepflegt werden und dieser vorübergehend verhindert ist. Sie muss nicht zwingend vor der Inanspruchnahme beantragt und kann auch rückwirkend geltend gemacht werden.

Die Verhinderungspflege wird zu Hause geleistet und kann durch andere Angehörige, Bekannte oder einen Pflegedienst sichergestellt werden.

Sie können Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege gut kombinieren.

6. Kurzzeitpflege

Es kann zu Situationen kommen, in denen die pflegebedürftige Person vorübergehend nicht zuhause versorgt werden kann. Häufig ist das nach einem Krankenhausaufenthalt der Fall, wenn sie noch nicht wieder fit genug für die häusliche Pflege ist.

Sinnvoll ist die Kurzzeitpflege u. a. auch, wenn

  • der Aufwand für die Pflege plötzlich steigt und die pflegenden Angehörigen den erhöhten Pflegebedarf nicht mehr auffangen können.
  • Sie eine Einrichtung im Rahmen der Kurzzeitpflege für eine dauerhafte Pflege testen möchten.

Kurzzeitpflege erhalten Sie mit Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5. Die Kurzzeitpflege ist auf eine Dauer von 56 Tage im Jahr beschränkt und nicht zu Hause möglich.

7. Hilfsmittel

Für alle Hilfsmittel der actimonda gilt: Bei Bedarf, ärztlich verordnet und nach medizinischer Notwendigkeit gewähren wir die Erstattung für Hilfsmittel. Das können Gehhilfen, Rollator oder Rollstühle sein. Wir übernehmen die Anschaffungskosten, die Kosten für eine notwendige Ersatzbeschaffung und die Energiekosten der Hilfsmittel. Wir beraten Sie gern, damit Sie es einfacher haben.

8. Zuschüsse für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel gewähren wir 40 Euro monatlich. Dazu gehören unter anderem Desinfektionsmittel, Handschuhe und Einmalunterlagen für das Bett. Es wird kein Rezept benötigt. Es genügt ein Antrag bei der actimonda Pflegekasse.

9. Zuschüsse zum Hausnotruf

Wir übernehmen einmalig 10,49 € für die Anschlussgebühren und monatlich 18,36 € für den laufenden Betrieb.

10. Zuschüsse für Wohnraumanpassung

Ihr Wohnraum ist weder barrierearm noch barrierefrei? Um das zu ändern, können sinnvolle Veränderungen oder ein Umbau des Wohnraums nötig werden. Wir gewähren für solche sogenannten „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ im Einzelfall bis zu 4.000 €.

11. Förderung selbstorganisierter, ambulant betreuter Wohngruppen

Leben Sie oder Ihr pflegebedürftiger Angehöriger mit anderen Pflegebedürftigen in einer Wohngemeinschaft (Senioren-WG), rechnen wir die Zuschüsse zusammen. Allerdings werden pro Wohngemeinschaft maximal 16.000 € pro Maßnahme gewährt.

Wichtiger Hinweis

Das Pflegegeld wird nur im Rahmen der häuslichen Pflege gewährt. Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen erhalten kein Pflegegeld. Hier kümmert sich professionelles Pflegepersonal der stationären Pflegeeinrichtung rund um die Uhr um Sie.

Beratungsangebote unbedingt wahrnehmen

Pflegegeld-Empfänger haben Anspruch auf zwei kostenlose Beratungsbesuche von geschulten Fachkräften pro Jahr. Dabei geben Fachkräfte auf Wunsch auch in der Wohnung der Pflegebedürftigen oder Demenzkranken wertvolle Tipps, die die Pflege und Betreuung zu Hause erleichtern.

  • Für Pflegegeld-Empfänger der Pflegegrade 2 und 3 sind diese Beratungsangebote verpflichtend und daher einmal halbjährlich wahrzunehmen.
  • Für Pflegegeld-Empfänger der Pflegegrade 4 und 5 sind kostenlose Beratungseinsätze einmal vierteljährlich verpflichtend.

Pflegewissen für pflegende Angehörige: Von Körperhygiene bis Hebetechniken

Haben Sie schon einmal versucht, einen erwachsenen Menschen hochzuheben? Eine echte Herausforderung in der häuslichen Pflege. Damit es leichter und besser geht, benötigen Sie Praxiswissen. Damit Sie schnell mehr Sicherheit in der täglichen Pflege erlangen, nutzen Sie unsere kostenlosen Kurse für pflegende Angehörige. Diese Schulungen vermitteln u. a. Lagerungs- und Mobilisierungsmethoden und geben Informationen über mögliche Hilfsmittel, rechtliche Gegebenheiten der Pflege und zur Pflegeversicherung.

Sind noch Fragen offen?

Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf - telefonisch oder über unser Kontaktformular. Gerne beraten wir Sie auch persönlich in einer unserer Geschäftsstellen.

Zuverlässige Pflege in einer Einrichtung

Die Pflege in einer Einrichtung sichert die Rundumpflege der Pflegebedürftigen. Die Pflegeversicherung hilft bei der stationären Voll- oder Teilzeitpflege.

Unkomplizierte Hilfe bei allen Fragen rund um die Pflege in einer Einrichtung

Für viele Angehörige ist die Betreuung pflegebedürftiger Familienmitglieder zu Hause nicht möglich. In diesen Fällen bietet sich eine Rundum-Betreuung in einem Pflegeheim an. Ab dem Pflegegrad 2 besteht die Wahl zwischen ambulanter oder stationärer Pflege. Bevor Sie sich für die Pflege in einer Einrichtung entscheiden, lassen Sie sich von unseren Experten über die Möglichkeiten einer temporären oder dauerhaften Unterbringung in einem Pflegeheim beraten.

Wann ist eine Vollzeitpflege in einer Einrichtung angebracht?

In Fällen einer schweren körperlichen Erkrankung oder einer Demenz mit der Notwendigkeit einer 24-Stunden-Pflege ist die Versorgung in einer Einrichtung sinnvoll. Der Vorteil liegt auf der Hand: Fachkräfte betreuen die Betroffenen sachgerecht – von der Lagerung bis zur Verabreichung von Medikamenten. Vor allem bei einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ist eine Vollzeitpflege angebracht. Sobald der Medizinische Dienst der Krankenkasse die Pflegebedürftigkeit festgestellt hat, erhalten Sie Zuschüsse zu den Kosten für die Pflege in einer Einrichtung.

In welchen Fällen kommt eine Teilzeitpflege in einer Einrichtung in Betracht?

Wenn Betroffene nur zeitweise durch eine stationäre Pflege Betreuung benötigen, stehen verschiedene Varianten zur Auswahl. So können Sie sich je nach den individuellen Gegebenheiten in der Familie für eine Tages- oder Nachtpflege entscheiden. Eine Tagespflege bedeutet, dass pflegebedürftige Personen etwa acht Stunden lang täglich stationär betreut werden. Sie erhalten in der Tagespflegeeinrichtung ihre Mahlzeiten und die erforderlichen Therapien. Für den Transport wird in der Regel ein Fahrdienst beauftragt. Nachts und an den Wochenenden sind die Betroffenen zu Hause. Eine Nachtpflege kommt infrage, wenn Pflegebedürftige in einem Stadium sind, in dem sie auch in den Nachtstunden rundum medizinisch betreut werden müssen. Die Betroffenen werden abends vom Fahrdienst zu der Pflege in einer Einrichtung und am nächsten Tag nach Hause gefahren.

Welche Leistungen beinhaltet die Pflege in einer Einrichtung?

Wenn Personen aufgrund der Begutachtung durch den MDK dauerhaft die Pflege in einer Einrichtung benötigen, werden je nach Pflegegrad monatlich zwischen 125 € ( Zuschuss bei Pflegegrad 1) und 2.005 € durch die Pflegeversicherung gezahlt. Bei teilstationärer Pflege erhalten Betroffene erst ab Pflegegrad 2 Leistungen zwischen 689 € und 1.995 € pro Monat. Sind die erforderlichen Kosten höher, kommt eventuell eine Pflegezusatzversicherung dafür auf.

Wie erhalten Sie weitere Informationen zur Pflege in einer Einrichtung?

Sie möchten Leistungen für eine teil- oder vollstationäre Pflege für sich selbst beziehungsweise für Angehörige beantragen und haben weitere Fragen? Wenden Sie sich an unsere Experten. Diese werden Ihre Fragen gern beantworten!

Sind noch Fragen offen?

Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf - telefonisch oder über unser Kontaktformular. Gerne beraten wir Sie auch persönlich in einer unserer Geschäftsstellen.

Unsere starken Leistungen für pflegende Angehörige

Wird ein Familienmitglied pflegebedürftig, stehen die Angehörigen vor großen Herausforderungen. Nicht nur die tägliche Pflege und die oft belastenden Veränderungen müssen bewältigt werden - auch Antragsverfahren, die Versorgung mit Hilfsmitteln und der Umgang mit Behörden und Versicherungsträgern kosten Zeit und Nerven. Kompetente Unterstützung ist in dieser Zeit wichtig, um sich mit den neuen Aufgaben vertraut zu machen und den Überblick zu behalten. Wir bieten deshalb auf vielen Ebenen Beratung für Pflegende an, um Ihnen über bürokratische Hürden hinwegzuhelfen und den Pflegealltag zu erleichtern.

Wann sollten Sie eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen?

Wir empfehlen eine Beratung für Pflegende, sobald sich erste Anzeichen einer Pflegebedürftigkeit abzeichnen. So können Sie sich besser auf die anstehenden Veränderungen vorbereiten, Ihre Ansprechpartner bei der actimonda kennenlernen und sich einen ersten Überblick über die nächsten Schritte verschaffen. Dabei erfahren Sie, welche Behörden und Versicherungsträger kontaktiert und welche Anträge gestellt werden müssen, um eine optimale Versorgung sicherzustellen. Mit diesen wichtigen Informationen können die anstehenden Aufgaben reibungsloser erledigt werden, wenn der Zustand einer Pflegebedürftigkeit später durch das ärztliche Gutachten gesichert ist.

Welche Beratungshilfen bietet die actimonda pflegenden Angehörigen?

Kompetente Beratung für Pflegende bieten unsere mobilen Pflegeberater und Pflegeberaterinnen und die Ansprechpartner unserer Pflegekasse, die Sie montags bis freitags unter der Telefonnummer 0241 90066-789 erreichen. Sie sind die erste Anlaufstelle, wenn eine Pflegebedürftigkeit absehbar ist. Unser Kooperationspartner „spectrumK“ bietet ebenfalls kostenfrei rund um die Uhr telefonische Beratung für Pflegende unter 0800 723767, so dass Sie auch außerhalb unserer Geschäftszeiten dringend benötigten Rat einholen können.

So beraten und unterstützen wir Sie:

  • Wir helfen beim Ausfüllen der notwendigen Anträge
  • Wir informieren über ambulante Pflegedienste, Pflegekosten, Hilfen und Leistungen
  • Wir informieren über geeignete Hilfsmittel und haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Wir erstellen gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Versorgungsplan
  • Wir geben Ihnen Anleitungen und praktische Tipps rund um die häusliche Pflege wie zum Beispiel rückenschonendes Arbeiten in der Pflege
  • Wir helfen bei der Auswahl eines geeigneten Pflegeheims, wenn die häusliche Pflege nicht möglich ist
  • Wir informieren über Widerspruchsmöglichkeiten und Alternativen, wenn ein Antrag abgelehnt wurde

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Pflegeversicherung

Das zweite Pflegestärkungsgesetz erneuert umfassend die Pflegeversicherung und beinhaltet verbesserte Pflegeleistungen für Pflegebedürftige. Seit 2017 alles Neue im Überblick und was sich für Sie konkret ändert.

Neues Fundament in der Pflege

Das zweite Pflegestärkungsgesetz definiert den Begriff der Pflegebedürftigkeit völlig neu. Zu den wesentlichen Inhalten gehören die neuen Pflegegrade, grundlegend veränderte Einstufungskriterien und eine neue Herangehensweise Pflegebedürftigkeit zu beurteilen. Unser Video erklärt leicht und verständlich die zentralen Änderungen in der Pflegeversicherung. Pflegestufen gehören der Vergangenheit an.

Änderung in der Pflegeversicherung

Alltag selbstständig gestalten

Pflegeberatung liegt der actimonda krankenkasse am Herzen, damit Sie ihren Alltag möglichst lange selbst gestalten können, um lange zu Hause zu leben. Darüber hinaus entlasten wir Pflegeangehörige mit Rat und Tat.

Unabhängig von Ihrem Pflegegrad helfen zahlreiche Angebote der actimonda Ihnen bei der Pflege:

  • Angebote für die Betreuung,
  • Angebote für die Entlastung von Pflegepersonen,
  • Angebote zur Entlastung im Alltag für Pflegebedürftige.

Unsere qualifizierte Pflegeberatung informiert Sie umfassend und gibt weitere Hilfestellungen. Gern kommt ein Pflegeberater zu Ihnen nach Hause und berät vor Ort.
Sie erreichen uns montags bis freitags unter der Telefonnummer 0241 90066-789.

Was ist neu bei der Pflegeversicherung?

Begriff der Pflegebedürftigkeit

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit ist völlig neu definiert. Pflegebedürftigkeit orientiert sich nicht mehr daran, wie viel Zeit ein Mensch am Tag an Hilfe benötigt. Ausschlaggebend für das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit sind nun Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder Fähigkeitsstörungen in den nachfolgenden sechs Bereichen (Module):

1. Mobilität [Modul 1] - (z. B. Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Treppensteigen etc.)

2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten [Modul 2] - (z. B. örtliche und zeitliche Orientierung etc.)

3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen [Modul 3] - (z. B. nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten)

4. Selbstversorgung [Modul 4] - (z. B. Körperpflege, Ernährung etc.)

5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen [Modul 5] - (z. B. Medikation, Wundversorgung, Arztbesuche, Therapieeinhaltung)

6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte [Modul 6] - (z. B. Gestaltung des Tagesablaufs)

Künftig geht es um die Frage, ob die erforderliche Fähigkeit noch vorhanden ist und ob damit verbundene Tätigkeiten selbstständig, teilweise selbstständig oder unselbstständig ausgeübt werden können. Bisherige Zeitorientierungswerte spielen keine Rolle mehr.

Festlegung des Pflegegrades (ehemals Pflegestufen)

Die zuvor genannten Bereiche helfen, den Grad der Selbstständigkeit zu ermitteln. Der Pflegegrad ist um so höher, je geringer die Selbstständigkeit ist. Damit steigen die Pflegeleistungen und die Unterstützung durch die Pflegekasse an.

Wie wird der Pflegegrad ermittelt?

Die Festlegung des Pflegegrades erfolgt seit dem 1. Januar 2017 anhand von sechs im Gesetz (§ 15 SGB XI) verankerten Modulen.

Bei der Festlegung des Pflegegrades fließen die in der folgenden Abbildung dargestellten Module in unterschiedlicher Wertigkeit bzw. Prozentsätzen ein.

 

 

 Die Module werden wie folgt gewichtet:

Pflegegradermittlung (beispielhaft)

Die Feststellung des Pflegegrades wird in etwa wie folgt ablaufen:

 

 

Nach einem gesetzlich vorgeschriebenen Schema wird – entsprechend des Umfangs der Einschränkung – für jedes bewertete Modul ein Punktwert vergeben.

Welcher Punktwert führt zu welchem Pflegegrad?

Die Punktwerte für die Pflegegrade sind wie folgt gesetzlich festgelegt:

Pflegegrad 1: ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte
(bei Kindern bis zu 18 Monaten Pflegegrad 2)

Pflegegrad 2: ab 27 bis unter 47,5 Gesamtpunkte
(bei Kindern bis zu 18 Monaten Pflegegrad 3)

Pflegegrade 3: ab 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte
(bei Kindern bis zu 18 Monaten Pflegegrad 4)

Pflegegrade 4: ab 70 bis unter 90 Gesamtpunkte
(bei Kindern bis zu 18 Monaten Pflegegrad 5)

Pflegegrade 5: ab 90 bis 100 Gesamtpunkte 

 

 

Überleitung in die neuen Pflegegrade – Bestandsfälle

Der Gesetzgeber hat hier eine gesetzliche Überleitung vorgesehen – § 140 SGB XI Überleitung von bestehenden Pflegestufen in die seit 2017 geltenden Pflegegrade.

Wenn Sie eine Pflegestufe haben, bedarf es keines neuen Antrages. Ihre jetzige Pflegestufe wird automatisch ohne erneute Begutachtung in die neuen Pflegegrade übergeleitet.

Eine Bestandsschutzregelung stellt sicher, dass niemand schlechtergestellt wird.
Im Gegenteil: Für viele Pflegefälle wird sich der Leistungsumfang verbessern.

Welche Zuordnungsregelungen gelten:

Pflegestufe ohne eingeschränkte Alltagskompetenz

a. von Pflegestufe I in den Pflegegrad 2,
b. von Pflegestufe II in den Pflegegrad 3,
c. von Pflegestufe III in den Pflegegrad 4 sowie
d. von Pflegestufe III in den Pflegegrad 5 bei der Vorlage eines Härtefalls
Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz

a. ohne gleichzeitige Pflegestufe = Pflegegrad 2,
b. bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe I = Pflegegrad 3,
c. bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe II = Pflegegrad 4,
d. bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe III ohne oder mit Härtefall = Pflegegrad 5

Haben Sie noch Fragen? Wir beraten Sie gerne persönlich: 0241 90066-789.

Geldbeträge seit 2017

Seit dem Jahr 2017 gelten die folgenden Geldbeträge für Leistungen aus der Pflegeversicherung. Die Höhe richtet sich nach den ermittelten Pflegegraden, ehemals Pflegestufen. Die anschließende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Leistungen der Pflegekasse. 

*) Pflegebedürftige in Pflegegrad 1 können für die Finanzierung von Pflegesachleistungen, der teilstationären Pflege und der Kurzzeitpflege den sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € pro Monat nutzen. Wird die Leistung in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft, kann der nicht verbrauchte Betrag wie bisher in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden.

Wie sehen die Verbesserungen für Menschen mit Demenz aus?

Die Ermittlung des individuellen Hilfebedarfs ist künftig besser geregelt. Körperliche, kognitive und psychische Beeinträchtigungen werden bei der Beurteilung der Pflegebedürftigkeit berücksichtigt. Das ist wichtig für Menschen mit Demenz. Hierbei spielt es keine Rolle, ob Sie aktuell Leistungen erhalten.

Von Vorteil ist der sogenannte „doppelte Stufensprung“. Er wird automatisch bei Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz angewendet. Zum Beispiel wechseln Personen mit Pflegestufe eins in den Pflegegrad drei.

Warum Rehabilitation vor der Pflege kommt?

Der Wunsch vieler älterer Menschen ist, lange selbstständig zu Hause zu leben. Das Prinzip „Rehabilitation vor Pflege“ entspricht diesem Wunsch. Das neue Begutachtungsverfahren hilft festzustellen, welche Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen helfen. Erhalten Sie ihre Selbstständigkeit durch Rehabilitation. Es liegt ganz bei Ihnen, ob Sie den Empfehlungen des Gutachters zustimmen. Das „letzte Wort“ haben Sie.

Soziale Absicherung von Pflegepersonen

Pflegende Angehörige bilden den „größten Pflegedienst in Deutschland“. In dieser Zeit können sie meist nicht für ihre eigene soziale Absicherung, vor allem die Rente sorgen.
So konnte es sein, dass der eigene Sohn jahrelang seine Mutter gepflegt hatte, deswegen aber im Alter eine deutlich geringere Rente bekam als andere, die während der Zeit arbeiten gehen konnten.

Die Pflegekasse zahlt Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für Pflegepersonen, die einen Pflegebedürftigen, welcher Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung hat, zu Hause pflegen.

Neu: Arbeitslosenversicherung der Pflegepersonen

Neu ist, dass Pflegepersonen seit 2017 unter bestimmten Voraussetzungen in der Arbeitslosenversicherung versichert werden können und die Pflegekasse auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung übernimmt.Für Pflegepersonen besteht damit die Möglichkeit, nach dem Ende der Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld zu beantragen und Leistungen der Arbeitsförderung zu beanspruchen.

Weitere Infos

Informationen des Bundesministerium für Gesundheit zum Pflegestärkungsgesetz II

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