Josef Alt, Vorstand der actimonda krankenkasse, hält sich mit Laufen fit.

So gelingt der Auftakt in ein bewegtes Leben!

„Ich müsste  eigentlich mit dem Laufen anfangen, mit dem Rad zur Arbeit fahren…ich müsste einfach mal Bewegung in mein Leben bringen!“  Wer selbst schon einmal in dieser Situation war, weiß: es ist gar nicht so einfach, in ein bewegtes Leben zu starten und vor allem nicht, dies dann dauerhaft im Alltag durchzuziehen. Heute erzählt uns der actimonda-Vorstand Josef Alt (53), wie ihm der Start in ein bewegtes Leben gelungen ist und mit welchen Strategien er es schafft, den inneren Schweinehund dauerhaft an der kurzen Leine zu halten.

Juliane Kämpf: Wir starten einmal ganz am Anfang: Wie sah Ihre Sportaktivität in der Jugend aus?
Josef Alt: Ich habe mich als Kind und Jugendlicher eigentlich immer sportlich betätigt und habe viel ausprobiert. Hierbei lagen mir Ausdauersportarten  besonders. Das scheint bei mir aber auch genetisch veranlagt zu sein.

JK: Und wie kam es, dass Ihr Alltag im Laufe der Zeit immer bewegungsärmer wurde?
JA: Das waren wahrscheinlich Umstände, die viele Menschen kennen. Ich bin ins Berufsleben eingestiegen, habe geheiratet, wir haben unser Kind bekommen und ein Haus gebaut. Da bleibt auf einmal nur noch sehr wenig Zeit für sich selbst und die Prioritäten verschieben sich.
Als ich dann mit Ende zwanzig noch zwei Bandscheibenvorfälle hatte, habe ich mich endgültig zum Couchpotato entwickelt.

JK: Wann haben Sie gemerkt, dass Sie etwas ändern möchten?
JA: Nach und nach wurde ich unzufrieden: mit meinem Gewicht, meinem Aussehen und meinem Fitnesszustand. Zusätzlich merkte ich, dass mein Stresspegel stetig stieg und ich keinen geeigneten Weg fand, um diesen abzubauen. Auch die Stimme ich meinen Kopf, die sagte „Der Bewegungsmangel wird dich irgendwann krank machen!“, wurde immer lauter.  

JK: Gab es für Sie einen konkreten Schlüsselmoment, an dem Sie gemerkt haben „Jetzt muss ich wirklich etwas tun!“?
JA: Als die actimonda großer Sponsor von Sportveranstaltungen wurde, habe ich an Veranstaltungen, wie Stadt- oder Firmenläufen immer pflichtbewusst teilgenommen. Ich kam immer irgendwie ins Ziel, aber mit bescheidenen Zeiten und völlig verausgabt.
Im Sommer 2014 fing ich an - um von meinem Kampfgewicht von 90kg runterzukommen - eine Diät zu machen. Währenddessen nahm ich an einem Sprint-Duathlon teil, bei dem die actimonda  Hauptsponsor war. Also Laufen, Radfahren, Laufen. Es war kalt, ich hatte keine Reserven und nach den ersten vier Kilometer Laufen kam der „Mann mit dem Hammer“. Ich fühlte mich hundeelend und kam nur extrem  langsam voran. Dazu kam noch, dass der Moderator bei jeder Runde meinen Namen rief, was mir sehr unangenehm war. Ich wurde Drittletzter. Knapp hinter mir kam der älteste Teilnehmer ins Ziel, ein 81 Jähriger. Das war extrem frustrierend, kratzte sehr an meiner Ehre und war für mich der Punkt, an dem ich nachhaltig etwas veränderte.

JK: Welchen Weg haben Sie eingeschlagen, um Ihre Vorsätze umzusetzen?
JA: Ich besuchte ein Seminar, welches mir dabei half, mich selbst besser zu verstehen und zu verinnerlichen, dass es unerlässlich ist, etwas für sich zu tun, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben. Außerdem war mir klar: ich musste mir etwas suchen, was mich motiviert, um den Einstieg in ein bewegtes Leben zu schaffen und dies auch beizubehalten.

JK: Und was hat Sie motiviert?
JA: Musik, ich liebte es Musik zu hören und zwar laut. Nur findet das meine Frau zuhause nicht ganz so gut ;)
Also kaufte ich mir einen MP3-Player mit Kopfhörer und begann zu laufen. Aber nicht, um laufen zu gehen, sondern um endlich mal ungestört „meine“ Musik  hören zu können. Und siehe da, das Laufen ging fast von allein.
Auch sonst fing ich an umzudenken: Neben dem Laufen für mich alleine, rief ich einen Lauftreff mit KollegInnen ins Leben, fuhr so oft es ging mit dem Fahrrad zur Arbeit, nahm nicht den Fahrstuhl, sondern die Treppe und stellte meine Ernährung dauerhaft um.

JK: Was hat es Ihnen manchmal schwer gemacht, am Ball zu bleiben?
JA: Ich bin im Beruf stark eingespannt. Deswegen ist es für mich häufig nicht möglich, feste Termine für den Sport einzuplanen.
Die wenige Freizeit, welche ich habe, möchte ich  nicht nur dem Sport widmen, sondern auch Zeit mit meiner Familie verbringen und anderen Hobbies nachgehen. In turbulenten Zeiten ist es schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen.

JK: Wie schaffen Sie es dann trotzdem weiterzumachen und dranzubleiben?
Mein großer Vorteil ist, glaube ich, dass ich ein leistungsorientierter Typ bin. Ich bin sehr ehrgeizig und zielstrebig, wenn es um das Verfolgen und Erreichen meiner Ziele geht. Außerdem bin ich jemand, der sich gerne auch mal quält. Ich glaube, dass macht es meinem Schweinehund per se schon einmal relativ schwer.
Ansonsten hole ich mir gerne neuen fachlichen Input, wenn ich merke, dass es gerade schwer ist, am Ball zu bleiben. Ich lese dann Fachliteratur oder hole mir Tipps von Menschen, die sich in diesem Gebiet auskennen. So habe ich beispielsweise einen Freund, der Sportler und Mediziner ist und mich regelmäßig mit passendem Input versorgt.
Zusätzlich ist es wertvoll, ein Umfeld zu haben, welches einen unterstützt. Freunde, die gemeinsam mit mir trainieren und natürlich eine Familie, die hinter mir steht. Meine Frau ist  nicht so sportaffin wie ich, aber sie hat trotzdem Verständnis für meine Leidenschaft und hält mir den Rücken frei.

JK: Was sind Ihrer Meinung nach sonst noch Methoden, um den inneren Schweinehund an der kurzen Leine zu halten?
JA: Man sollte sich Ziele setzen, auf die man hinarbeiten möchte. Hierbei ist es wichtig, dass die Ziele realistisch und damit erreichbar sind.
Ich melde mich beispielsweise das ganze Jahr über verteilt an Laufveranstaltungen in der Region an, um etwas zu haben, auf das ich hintrainieren möchte.
Hierbei ist mein Anspruch immer: ich möchte trotz zunehmendem Alter nicht schlechter werden, möglichst  sogar meine Ergebnisse verbessern.
Neben den kurz- und mittelfristigen Zielen sollte man aber immer auch ein langfristiges Ziel vor Augen haben. Das war bei mir zum Beispiel der Wunsch, irgendwann mal einen Marathon zu laufen, was ich 2016 in Köln auch gemacht habe.

JK: Was sind Ihre nächsten Ziele?
JA: Mein großes Ziel ist es, irgendwann – voraussichtlich so in 10 Jahren- die Halbdistanz im Triathlon zu meistern und in der Gesamtwertung nicht zu den letzten 10 Prozent zu gehören.
Hierzu muss ich allerdings erst einmal an meiner Schwimmtechnik feilen. Während mir Radfahren und Laufen viel Spaß bereiten, muss ich mich zum Schwimmen immer aufraffen und sehe nur sehr langsam Erfolge. Dafür habe ich mich jetzt aber in einem Triathlonverein angemeldet.

JK: An Ihren letzten Sätzen erkennt man. Je mehr Spaß wir an einer Sportart haben, desto stärker ist die Motivation, diesen Sport auch dauerhaft auszuüben. Wie haben Sie die richtige Sportart für sich gefunden?
JA: Für mich war es wichtig, Sportarten finden, die sich gut in meinen Alltag integrieren lassen und einen Ausgleich zum Berufsalltag bilden. Außerdem war mir eine Sportart wichtig, die ich an der frischen Luft ausüben kann, die ortsunabhängig und nicht an feste Zeiten gebunden ist.
Hierfür ist Radfahren, aber vor allem auch das Laufen perfekt. Nebenbei kann man Ausdauersportarten bis ins hohe Alter relativ erfolgreich ausführen, da der Leistungsabfall nicht so hoch ist wie bei anderen Sportarten.

JK: Beschreiben Sie doch bitte einmal, wie Ihr sportlicher Alltag aussieht!
JA: Ich trainiere drei bis vier  Mal pro Woche, so wie es meine Zeit zulässt. Es ist momentan eine Kombination aus Laufen, Radfahren und Schwimmen.
Hierbei gibt es für mich kein schlechtes Wetter. Trainiert wird trotzdem und ich mache nur dann eine Pause, wenn ich mich gesundheitlich nicht wohl fühle.
Neben dem regulären Training versuche ich außerdem 1x pro Woche, meist freitags, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen und soviel Bewegung wie möglich in den Alltag zu integrieren.

JK: Haben Sie einen Plan, nach dem Sie trainieren?
JA: In der Vorbereitung auf einen Wettkampf, wie beispielsweise auf den Marathon trainiere ich immer mit Plan. Hierbei ist es mir vor allem wichtig, die letzten Einheiten vor dem Wettkampf und die Ernährung so anzupassen, dass mein Körper am Wettkampftag ausgeruht ist und ich mich fit fühle.
Ansonsten habe ich mir eine Laufuhr gekauft, mit der ich meine Trainingseinheiten tracke, sodass ich meine Vitalwerte und meine Leistungen vergleichen und meine Strecken aufzeichnen kann.

JK: Unsere wahrscheinlich größte Herausforderung ist gerade das Corona-Virus: Wie hat sich Ihr sportlicher Alltag durch Corona verändert?
JA: Das Schöne ist, dass ich bei meinen  Sportarten durch das Corona-Virus kaum  eingeschränkt werde. Denn Laufen und Radfahren kann man trotzdem, sofern man genügend Abstand zu seinen Mitmenschen hält. Nur das Schwimmen im Hallenbad geht natürlich gerade nicht.
Und vielleicht bietet uns gerade solch eine Zeit die Möglichkeit, uns mal wieder bewusst zu machen, wie wertvoll  die Gesundheit von Körper und Seele ist.

JK: Wenn Sie einem Sporteinsteiger einen Tipp geben dürften, welcher wäre es?
JA: Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen Spaß macht. Und Sie werden sehen, der Rest kommt fast von alleine.

JK: Vielen lieben Dank, Herr Alt, für Ihre Zeit und die Möglichkeit, etwas über Ihren Weg in ein bewegtes Leben erfahren zu dürfen!

Mit einer Sportaktivität zu beginnen ist das eine, sie anschließend auch dauerhaft durchzuführen das andere. Feststeht: Veränderung beginnt im Kopf und je besser du deinen Einstieg in ein bewegtes Leben vorbereitest, desto schwerer wird dein innerer Schweinehund es haben, dir einen Strich durch die Rechnung zu machen.
Hier noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Interview zusammengefasst und für dich als Frage formuliert:

  • Welche Sportart passt zu dir und lässt sich in deinen Alltag integrieren?
  • Welche Ziele möchtest du erreichen und sind diese realistisch?
  • Was motiviert dich am Ball zu bleiben?
  • Welche Faktoren könnten ein dauerhaftes Sporttreiben erschweren, welche könnten dich dabei unterstützen?
  • Wie sieht dein Bewegungsplan aus? Besteht dieser den Alltagstest oder muss er noch einmal angepasst werden?

Du siehst, es bedarf ein bisschen Vorbereitung und dann vor allem auch Durchhaltevermögen, um Bewegung nachhaltig in den Alltag zu integrieren. Wir wünschen dir viel Spaß und Erfolg auf deinem Weg in ein bewegtes Leben!
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